Bestehende Entwicklungsunterschiede zwischen
den ländlichen Regionen werden bis 2020 weiter
zunehmen und sich verfestigen. Wachsende ländliche
Räume werden noch stärker als in der Gegenwart
ländlichen Räumen mit großen Entwicklungsproblemen
gegenüber stehen. Diese Einschätzung
vertrat Dr. Heinrich Becker, Johann Heinrich von
Thünen-Institut, Institut für Ländliche Räume, Braunschweig,
auf der von 300 Teilnehmern besuchten
Begleitveranstaltung des Zukunftsforums Ländliche
Entwicklung anlässlich der Internationalen Grünen
Woche in Berlin. Diese wurde von der Agrarsozialen
Gesellschaft gemeinsam mit dem Bundesverband
der gemeinnützigen Landgesellschaften, dem Deutschen
Bauernverband, dem Deutschen Landkreistag,
dem Deutschen Städte- und Gemeindebund,
dem Verband der Landwirtschaftskammern und dem
Johann Heinrich von Thünen-Institut im Rahmen
des Zukunftsforums Ländliche Entwicklung des
Bundeslandwirtschafsministeriums durchgeführt.
Das Ziel war, Gestaltungsoptionen der ländlichen
Entwicklungspolitik für die kommenden zehn Jahre
aufzuzeigen.

Kompetenzen der Regionen sollten gestärkt werden – darin waren sich Karl-Friedrich Thöne, Ralf Wolkenhauer und Willi Schulz-Greve (v.l.n.r.) einig
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Dr. Hans-Hermann Bentrup äußerte, dass die ländliche Entwicklungspolitik der EU immer nur flankierend wirken könne. Die Finanzausgleichsysteme insgesamt müssten stärker den Aufgaben angepasst werden
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Ralf Wolkenhauer, Unterabteilungsleiter für Strukturpolitik
und Ländliche Entwicklung im Bundeslandwirtschaftsministerium,
hält den künftigen Umgang
mit stark schrumpfenden Problemregionen für ungelöst.
Bereits jetzt gebe es ernstzunehmende Stimmen,
die in einigen Regionen einen „geordneten
Rückzug“ empfehlen würden. Wichtig sei, in Zukunft
eine bessere Feinabstimmung auf den verschiedenen
Politikebenen und zwischen den Bundesressorts
zu erzielen. Positiv bewertete Wolkenhauer
die Wirkungen von Regionalbudgets. Er plädierte
dafür, diese zukünftig in bestehende Förderprogramme
zu integrieren. Hierfür setzte sich auch
Dr. Markus Mempel, Deutscher Landkreistag, ein.
Für Dr. Karl-Friedrich Thöne, Abteilungsleiter im
Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Forsten,
Umwelt und Naturschutz, besteht eine effiziente
Politik für den ländlichen Raum in einer verstärkten
Zusammenarbeit öffentlicher und privater Akteure
sowie einer weiteren Stärkung und Entwicklung ihrer
Kompetenzen. Er sehe in der Verzahnung der Instrumente
der Integrierten Ländlichen Entwicklung
(ILE) mit dem flächendeckenden Einsatz der bewährten
Leader-Methode einen innovativen Entwicklungsansatz,
der sich durch das Prinzip „Eigeninitiative-
Kooperation-Innovation“ auszeichne.
Dr. Willi Schulz-Greve, Generaldirektion Landwirtschaft
und Ländliche Entwicklung der Europäischen
Kommission, sieht in der Ländlichen Entwicklung
ein wichtiges ergänzendes Instrument innerhalb der
Gemeinsamen Agrarpolitik, das weiterentwickelt werden
müsse. Insbesondere sei dabei an Maßnahmen
zur Bereitstellung von spezifischen öffentlichen
Gütern einschließlich der Verbesserung des Klimaschutzes
sowie zur Aktivierung lokaler Potenziale
zu denken. Wichtig sei für die ländliche Entwicklungspolitik,
ihren Handlungsspielraum so zu gestalten,
dass unterschiedliche regionale Bedingungen
ausreichend Berücksichtigung finden könnten. |